Nachtrag Spaßbremse

Das blöde ist… Da liest und hört man immer wieder was von diesen dämlichen Facebookpartys. Ein minderbemittelter Teenager der seine Party leider als offen sichtbare Einladung bei FB einstellt, die halbe Welt kommt vorbei und stellt die Hütte auf den Kopf. Am Ende kommt die Polizei, ein Unterschichtenfernsehsender und die Eltern können Ihr Haus demnächst bei Tine Wittler anmelden.

So kennt man das, so kenne ich das. So scheint das wohl zu sein. Dachte ich. Also irgendwas, was es nicht gibt. was es niemals nie gibt. Was hier niemals vorkommt. Nur im Fernsehen! 

 

Falsch. Es müssen nicht einmal fremde Teenager sein. Mittlerweile gab es wohl eine ungewollte Vorbildwirkung diverser Fernsehformate. Und auch der „normale“ Teenager macht gerne mit. 

Einfach mal ein Haus zerlegen? Jaaaa!

Wie wäre es, wir brechen heute einfach bei unserer Freundin B die Gardinenstange aus der Wand? Jaaaa!

Ich habe mich noch nie mit Müll beschäftigt. Deshalb werde ich als Projekt einen Biotonneninhalt ausleeren und damit mit meiner beschissenen Kindheit aufräumen? Jaaaa!

Ok. Ich bin grad mieser als all die Schwachmaten die letztens in meinem Haus waren. Aber ich bin so sauer. so angepisst. Und das passt überhaupt nicht zu mir, zu meiner relaxten Mutterrolle. Zu dieser Coolness, die ich in den letzten Monaten fühlte. 

Das gute Gefühl – es passt alles. 

 

Scheissdreck. Eben doch nicht. 

Reingefallen. 

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Spaßbremse die Erste

Hiermit verabschiede ich mich aus der Gruppe der coolen Mütter, die viel erlauben und viel Verständnis haben und die von Teenies auch gerne als „coole Mutter“ bezeichnet werden. Oh, so ein Kompliment ging mir früher immer runter wie Öl! Dafür macht man doch gerne alles möglich, nicht wahr? Nein! Das ist ein Scheißtitel für ein dämliches Schaf, dass mit sich alles machen läßt.  Danke!

Vorgestern Nacht war Halloween.

Vorgestern Nacht durften wir über Nacht wegbleiben, damit die „Kleine“ zusammen mit Ihren Freunden eine Halloweenparty feiern kann. 

Vorgestern Nacht haben Chaoten, die auf dieser Party waren sich in unserem Haus massiv daneben benommen. 

Anders kann ich es nicht bezeichnen. Es gibt für mich einen gewaltigen Unterschied zwischen „cooler Party und etwas geht leider kaputt“ also sowas wie:

– Fleck auf dem Teppich (das passiert eben)

– Bier im Klavier (nun, wenn es auf dem Klavier brannte, dann muß da ja gelöscht werden!)

– teure Spätlese von Willi Schaefer wurde im Unverstand gegen 6.30 Uhr morgens weggesoffen (Pech für den Besitzer, wenn die Spätlese eben im Kühlschrank lag…)

Das ist Pech und verschmerzbar. Und es war auch nicht viel Bier im Klavier. Und der Teppich ist auch nicht teuer gewesen und es kleidet ihn ja eigentlich. Ja, er wird durch den Fleck aufregender. Und die Spätlese? Ach, die kann man sich noch einmal kaufen. Ärgerlich, aber mit solchen Dingen habe ich eigentlich gerechnet.

Was mich aber umgehauen hat, mir fortwährend die Zornesröte ins Gesicht treibt und mich fast zum Amokläufer werden läßt ist etwas anderes:

– eine umgestoßenes volle Biomülltonne (die Partyveranstalterin hat das restlos beseitigt, ich habe davon nix gesehen, aber allein die Vorstellung macht mich rasend)

– meine 3-4 DVD´s die aus dem Fenster geworfen wurden und im Garten der Nachbarn lagen. Und ein Buch flog hinterher.

– zwei geklaute Handys von Partybesuchern

– kaputte Gardena-Steckverbindung. Da hat jemand unserem Gartenschlauch Gewalt angetan. 

– meine Garten-Solarleuchte von Ikea, die aus dem ersten Stock auf die Terrasse geworfen wurde. Jetzt leuchtet sie nie wieder

– und als besonderes Highlight die herausgerissene Vorhangstange im Zimmer der Partyveranstalterin. Inklusive Dübel. Wie man hört war es die Freundin einer Freundin bla bla bla……. Ja, kräftig war sie also. Sonst wäre dies doch nicht so leicht möglich gewesen? 

– unseren neuen Kühlschrankmagneten „Simpsons“ sind geklaut.

 

Was soll ich noch sagen? Mir fehlen die Worte. Ich bin sprachlos und unfähig in dieser Situation noch gut zu reagieren. Mir fehlt jegliches Verständnis. Und ich dachte, mein Kind kennt nicht solche Arschgeigen. Falsch gedacht. Ist das jetzt normal? Sind diese Luxusgören so verzogen, dass Sie wenn Sie alleine sind, nicht unterscheiden können was geht und was nicht geht? Was ist mit dem Rest? Machen die jeden Scheiß mit? Wieso macht man was kaputt in einem fremden Haus, wo man GAST ist? 

Hilfreiche Überlegungen sind willkommen. 

Ich schicke das Post (obwohl unfertig) ab. 

 

 

 

 

 

der Wunsch einer einzelnen Dame

ist mir Befehl! 

Ich bin wieder zurück und nehme mir hiermit vor, mit hoffentlich unterhaltsamen Schreibereien diesen vereinsamten und halbtoten Blog zu beleben. 

Geht das eigentlich? Mund zu Mund Beatmung? Ab wann wird die Maschine abgestellt. Nix mehr zu machen, der Patient ist mausetot. Er geht den Weg aller zu kurz gelebten und vergessenen Seiten. 

Kurz geliebt, nicht durchdacht, gekoppelt mit keiner Zeit, keiner Idee, anderen Ideen (ach würde ich doch fotografieren können und Du würdest Dich schwuppdiwupp in einen Foodblog verwandeln. Einen mit Bildern zum reinlegen, wo man vom Anschauen schon fett wird und der Geifer in die Tastatur tropft….. und 50 Leute das Rezept haben wollen und meine so treffenden Weinempfehlungen über den grünen Klee loben. Wärst Du doch ein Foodblog! Oder wäre ich nicht so verklemmt und könnte frei Schnauze schlüpfrige Themen easy an den geneigten Leser bringen. Themen, die alle erröten lassen. Bildschirme werden vor Kinderaugen zugehalten, Münder stehen weit offen. Soo mutig! So gewagt. 

Naja, ein Anfang wäre ja, wenn man einigermaßen am Ball bleiben würde. EInmal im Monat sich einen Schubser gibt und schreibt. 

Schubs!

Auf ein neues!

(Liebe S, danke für die Mail! Ist angekommen und hiermit umgesetzt)

 

 

 

Glühweinkönigin

Ich glaube ich war noch nie in meinem Leben so oft auf dem Weihnachtsmarkt wie in diesem Jahr.

Angestachelt von meinem Kollegen (ein sehr erfahrener Weihnachtsmarktgänger – er weiß genau wo die Wurst am schärfsten ist ;-)) bin ich mittlerweile sehr sehr stolz.

Ich kenne mich aus. Ich weiß (nein, ich plappere nach!) welcher Glühweinstand richtig gute Sachen auf den Tresen stellt, ich prahle mit meinen Kenntnissen über Gänsebratwurst. Und dabei klinge ich so, als ob ich diese täglich verzehre und alle anderen Bratwürste des Weihnachtsmarktes ebenfalls. (Nichts da, einmal probiert – aber bitte nicht verraten!)

Der Weihnachtsmarkt hat für mich einen superangenehmen Eventcharakter bekommen! Hätte mir das mal bitte jemand früher erzählen können!?!

Alles ewig weit entfernt von meinen Besuchen dort vor vielen Jahren. Zwei Kinder im Schlepptau, Tränen, runtergefallene Schokoerdbeeren, „kannichnochmalZugfahren“ und Kinderriesenrad. Menschenmengen die kleinen Kindern Angst machen, Gedränge, zu fettige Bratwürste und Kartoffelpuffer die nur nach altem Öl stanken. Regenpfützen, zu heißer und versauerter Kinderpunsch, verlorene Handschuhe und ewiges Genörgel.

Und nun? Ich schwenke meine Riesenhandtasche und habe keine Kinder sondern einen Glühwein an/in der anderen Hand. Angenehmer Smalltalk, schöne Atmosphäre. Leichter Schneefall. Die Teilsilhouette eine hübschen Altstadt. Ich stehe so da, freue mich und der Stress des ganzen Tages ist vergessen.

Morgen bin ich wieder da! Und übermorgen und… 😉

ganz kurz

Ich bin wieder da. Alles hat gut geklappt, die haben mich rein und später auch wieder rausgelassen. Es war wunderbar das große Kind wieder zu sehen! So sonniges warmes Wetter, so eine tolle Landschaft, die hübschen Krokodile (die Alligatoren heißen…. ich weiß) Gefehlt haben mir:

-Straßencafés (so schönes Wetter und wo sind die Biergärten und Cafés?)

-guter Service in der Gastronomie (seinen Vornamen nennen, 4 riesengroße Wassergläser in den Händen transportieren und wenn der Bissen noch nicht verschluckt ist die Rechnung hinlegen ist kein klassischer Service!)

Sehr überrascht war ich über die wundervolle Höflichkeit der Autofahrer, der Passagiere beim Aussteigen aus dem Flugzeug. Sowas habe ich noch nie erlebt. An Stoppschildern warten alle, der „Erste“ darf als erstes fahren und alle sind höflich und vorsichtig. Jeder gibt sein „Erster-Recht“ gerne ab.  Aus dem Flugzeug steigen alle sehr gesittet. Kein Koffer auf dem Kopf, keinen Schirm in den Rippen. Niemand drückt sich schnell nach vorne. Kein Gedrängel und Geschubse. Nacheinander und mit einer Seelenruhe stehen alle reihenweise langsam auf und damit auch aus. Wahnsinn! Ich mag es!

Wo wird dies gelehrt? Woher können die das? Und warum machen wir das nicht so? Ist das ein Gen? Ein Gendefekt bei uns? Ist es Sozialisierung?

 

 

 

 

 

 

 

Vorfreude!?

Ich bin so aufgeregt. Ich hibbele rum wie mit 12 vor meinem Geburtstag. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich in meinem Erwachsenenleben schon einmal so aufgeregt war.

Seit Tagen mache ich die Familie, Freunde und Kollegen ganz wuschig, mein aktueller Lieblingssatz ist: „Ich bin ja so aufgeregt!“ Aber es ist nicht nur Aufregung und Vorfreude, da ist auch eine gehörige Portion Angst dabei. Hach! Und dabei fahre ich nur für 10 Tage in den Urlaub. Eine kleine Reise. Andere machen sowas dauernd. Ich fahre zum ersten Mal seit vielen Jahren alleine weg. (Also nur auf der Hin und Rückreise bin ich allein) Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer. Sonst bin ich kein „Alleineverreiser“ sondern eher ein „Europafamiliengruppenreiser“. Das finde ich gut, damit kenne ich mich aus. Und nun? Ich habe gewaltigen Schiss davor. Mein Englisch ist nicht vorhanden und der klägliche Rest ist erbärmlich, ich werde bestimmt nicht in die USA reingelassen, ich blamiere mich und Euch und Deutschland. Mein Gott, ich bin so aufgeregt! Komisch, dieses aufgeregte Gefühl. Ich glaube das kommt durch das Unbekannte, mein weiß nicht was passiert, ist ganz alleine in der Situation, hat niemandem dabei dem es ähnlich geht, der die  Reise mit einem teilt.

Leider werde ich durch das Schreiben hier nicht ruhiger, es wird schlimmer…. ich habe bestimmt die Hälfte vergessen, ich weiß nicht wieviele Stunden vor Abflug ich am Flughafen sein sollte. 2 Stunden bestimmt. Aber vielleicht auch 3? Darf ich eine Brezel (ohne Butter) in die USA reinschmuggeln? Habe ich alle Papiere? Mir fehlt noch ein Adapter und ein Wörterbuch. Oder doch lieber das Wörterbuch aus dem Ipad? Das Zahlenschloß vom Koffer verstehe ich nicht. Hilfe!

Ich benehme mich schlimmer als meine Oma vorm Österreichurlaub. Und die war damals 81 Jahre alt. Das kann ja heiter werden, also mit mir im Alter.

Ok, ich drehe mich gedanklich im Kreis, ich merke es ja selbst. Also noch schnell den Koffer überprüfen, den Adapter suchen und sich auf das Ausfüllen der Zettel im Flieger vorbereiten. Oh! Muß man da eigentlich noch etwas ausfüllen oder hat sich dies durch das ESTA Formular erledigt?

Ich schreibe ein anderes Mal weiter, denn ich kann an nichts anderes denken.

Ich……

Klappe Frau Spassfrei!

ich mag Dich nicht!

Neulich war ich auf einer größeren Feierlichkeit. Es war schön und angenehm, man kannte viele Leute aber eben nicht alle und doch genug um sich nicht fremd zu fühlen.

Und dann sah ich sie. Ungefähr mein Alter, sehr gute Figur, komische Frisur, schlimme Brille, komplett seltsame Klamotten und ein Drecksdialekt (da mein Dialekt schon schlimm ist, ihrer war schlimmer. Ehrlich!! Oder war es für mich doch die Stimme?) Kurz und gut. Ich sah sie und ich mochte sie nicht. Ganz und gar nicht. Seltsam wie schnell sich manchmal Antipathie zeigt. Und mit jedem Wort was sie sagte wurde es bei mir schlimmer. Ihren Mann (anfänglich fand ich ihn noch sympathisch, da wußte ich nicht dass es ihrer war) nahm ich in Sippenhaft. Und wir saßen an einer Tafel. Bei einem Abendessen kann man nicht so leicht entrinnen. Und die Abneigung wurde nicht kleiner. Das Paar erzählte über ihr Haus in einer Kleinstadt, über das Grundstück für einen weiteren Hausbau dass sie in einer (teuren) Großstadt gekauft haben. Über ihre augenblickliche Pendelei zwischen zwei anderen europäischen Großstädten. Er berichtete vorsichtig über seinen Job. Nein, er prahlte nicht. Aber indirekt kam es so bei mir an. Denn bei all seinem seichten Gequatsche wartete er doch nur auf die Frage, warum es denn in den deutschen Automobilkonzernen pro Firma nur 2 bis maximal 5 Jobs wie seinen geben würde. Und als dann endlich jemand fragte, sagte er lapidar, man wisse doch das es Personalpyramiden gibt. Und oben ist es eben eng… Spitzbübisches Lächeln. Da hätte ich ihm am liebsten die Schneidezähne rausgeschlagen und den Kopf seiner grinsenden Tussi in die Bouillabaisse getunkt.

Und dann war es da, endlich die Erkenntnis:  ich hatte Sozialneid. War neidisch auf die Beiden. Und ich dachte, ich mag sie einfach nicht. Ich hatte geglaubt sie wären mir einfach nur unsympathisch. Neidisch ist niemand gerne. Und ich mal überhaupt nicht. Eigentlich war ich mir immer sicher, ich könnte mich für andere Menschen freuen. Bin ganz zufrieden mit meinem Leben und habe echt viele Fehler. Aber Neid? Gut. Das ist dann neu.

Super, nun bin ich auch noch neidisch!

*****

Mitten in der Nacht, wir fahren heim. Die kleine 16-Jährige spricht über ihre Eindrücke vom Abend:

„Mama, die mit der hässlichen Hornbrille…. hast Du die gesehen? “

„Ja, die saß bei uns am Tisch“

„Mama, ich mag die nicht. Ich mag die schon seit 10 Jahren nicht, als ich sie das erste Mal gesehen habe.“

******

BINGO

Doch kein Sozialneid?

Alte Geschichten frisch aufgewärmt. Teil 1 (von sehr vielen)

Etwas wirklich nichtiges wichtiges ist mir in den letzten Tagen wieder eingefallen. Hier ist es!

Die Geschichte ist folgende: vor ein paar Jahren schrieb mich ein Klassenkamerad aus der Grundschule über eine „wirkennenunsausderSchule-Webseite“ an. Wir schrieben kurz hin und her und siehe da: wir wohnen in einer Stadt. Schnell war klar, wir treffen uns mal. Und schnell (leider viel zu schnell) sagte ich wo wir uns treffen könnten. In meinem damaligen Lieblingscafé, oder Kneipe oder so. Na klar! Da ist es schön, da fühle ich mich wohl. Wo sonst sollte man sich treffen? Der nette ehemalige Klassenkamerad, den man mit ca. 9 Jahren richtig gut kannte, wohnt ja auch noch nicht so lange hier in dieser Stadt. Na also!

Auf ins Lieblingscafé! Ich latsche rein, ich setze mich hin, ich warte. Ich rauche einige Zigaretten. Ich warte. Wo bleibt er nur? Damals in der Grundschule war er ein etwas vorsichtiger kleiner Junge, der wegen Hautproblemen dauernd im Ausland zur Kur war, er spitzte seine Bleistifte immer ganz spitz und rammte sie dann seinen Banknachbarinnen in den Oberarm…. aua. Oh mein Gott! Was mache ich hier nur? Er war ein Freak, er hat Mädchen verletzt!!! Was nun? Nein! Käse! Das wird ein sehr schönes Treffen. So lange haben wir uns nicht gesehen, die Schulzeit damals war schön, wir werden uns über viele Dinge austauschen und endlich sehe ich mal wieder jemanden aus meiner alten Heimat wieder. Hach, ich freue mich! Und ich schaue mich permanent um. Wo bleibt er? Es ist morgens halb Zehn in Deutschland, und meine ehemaliger Banknachbar lässt auf sich warten. Im Lieblingscafé sitzen entfernt schon ein paar mir bekannte Nasen, sie nicken rüber, ich nicke zurück. Der alte Schulkollege ist immer noch nicht da. Die Spannung steigt. Mein Kaffee Nr. 1 ist leer.

Und plötzlich. Da läuft er ins Café rein. Unverkennbar. Er von damals in alt. Die Schultern eingezogen, eine schwarze Hose, ein schwarzes Hemd, eine schwarze Lederjacke. Und….. NEIN!!! An der Jacke heftet am Revers ein Button (so einen, wie ich mit 12 mal einen von Nena hatte… nur der ist gefühlt dreimal so groß) und auf diesem Riesenbutton steht in richtig gut lesbar: „ICH BIN GUT DRAUF FRAG MICH WARUM *HERBALIFE*“ Oh nein. Bursche, denke ich…. bitte zieh schnell die Jacke aus. Wir begrüßen uns, er zieht die Jacke aus. Innerlich atme ich auf. Zu früh aufgeatmet. Am Hemd prangt ebenfalls der Button. Nur, es passt der Gesichtsausdruck des Mannes überhaupt nicht zum markigen Spruch den er spazierenträgt. Mein Hauptgedanke: ich werde Dich nicht fragen, auch wenn du wieder mit Stiften stichst. Niemals.

Und ich fragte auch nicht. Wir tranken Kaffee. Er erzählte mir von seinem Leben. Die Welt ist schlecht, alle Frauen sind schlecht, die Schulzeit war schlecht. Niemand mochte ihn damals und er kann sich bis heute nicht erklären warum.  Ich erzählte ihm von den spitzen Bleistiften. Die hatte er komplett vergessen. Nein, wirklich? Er hatte wirklich mal mit Stiften gepiekst? Dann erinnerte er sich langsam wieder. Ein kurzes Lächeln nur und dann litt er sichtbar weiter. Der Button wurde gefühlt heller und größer und immer besser lesbar. Ein Bekannter betrat das Café (ein richtig cooler Bekannter!) lächelte mich an, grüßte (sah bestimmt meine Begleitung)… Und nun ärgerte und schämte ich mich richtig, für meinen doofen Einfall ihn in dieses Café zu schleppen.

Das war schon die ganze Geschichte. Und jetzt die Lehrsätze:

Niemals sich mit fremden Menschen in Stammlokalen treffen!

Der gemeinsame Besuch der Grundschule ist nicht immer Ausgangspunkt für eine wunderbare Freundschaft.

Ich habe Schreibblockade obwohl ich nix zu schreiben habe

Gestern noch prahlte ich mit all meinen Ideen und tollen wundersamen kleinen Begebenheiten. Viel zu viele um sie in diesen Miniblog einzutüten. Heute sieht es komplett anders aus. Leere hat sich breitgemacht, die tollen Ideen sind nur noch Rümpfe. Ganz so easy ist es für mich doch nicht. Gab es die Geschichten nicht? Habe ich die mir alle nur ausgedacht? Oder ist es vielleicht so, dass die eine Geschichte in der einen Minute noch zum Erzählen tauglich ist, einen reizt und sich amüsant darbietet und in der nächsten Sekunde (oder einfach ein paar Tage später) jede Faszination verloren hat? Aber, ganz so mies waren die Erlebnisse nicht. Sie waren nett und unaufgeregt. Begebenheiten des Alltags die ein Lächeln zaubern oder ein kurzes Staunen oder etwas Ekel. Hach! Und ich will sie so gerne erzählen… naja. Vielleicht klappt es ein anderes Mal.